Psychologie: Gedanken über die "Logik"

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Lidskjalfr
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Psychologie: Gedanken über die "Logik"

Ungelesener Beitrag von Lidskjalfr » 19. April 2016, 22:17

Gedanken über die Logik:
"Logik", die Keine ist und Schein-Kompetenz

Es ist ein häufig auftretendes Missverständnis, daß sowohl das Zusammenleben und Interagieren von Menschen erschwert und zuweilen unmöglich macht; vieles Übel in unserer Welt hervorruft, als auch; eine wirkliche Weiterentwicklung entschieden behindert:
Sehr oft, wird nämlich Etwas für Logik gehalten, was eine Vermengung ist, von einem äußerst einfachen Ansatz von Logik - und von Etwas, daß überhaupt keine Logik ist.
Nennen wir Letzteres, einfach mal: "Schein-Logik".
(Das das Ganze dann auch noch von emotionellen Impulsen aus dem Zwischenhirn, die natürlich nicht auf logischem Denken basieren, überlagert wird, habe ich schon an anderer Stelle hinlänglich ausgeführt. Dennoch werde ich im Weiteren, in dem Zusammenhang, auch auf diesen Umstand noch einmal eingehen müssen.)

Was ist diese besagte "Schein-Logik" denn in Wirklichkeit?
Es handelt sich um Konditionierungen, Prägungen und Denkmuster, die sich in Paradigmen und Dogmen in unser Bewusstsein "eingebrannt" haben.
Etwas, daß aus mannigfaltigen Gründen, die kritisch betrachtet, sich häufig als völlig unlogisch erweisen, einmal als "es ist so", abgespeichert ist, wird in der Regel nicht weiter hinterfragt. Die damit verbundenen Aussagen / Dogmen, werden irrtümlich für eigene logische Schlussfolgerungen gehalten.
Häufig ist es ausreichend, wenn eine Aussage, die, bei kritischer Betrachtung, als völlig unsinnig oder paradox entlarvt würde, häufig genug gehört wird.
Selbst Derjenige, der besagte Aussage / Behauptung, Anfangs als "völliger Blödsinn" von sich weist, "ermüdet" mit der Zeit in seiner inneren Abwehrhaltung. Irgendwann, denkt er nur noch: "Ja,ja" ("kann mich mal...") - und dann, noch etwas später (meist spätestens beim tausendsten Mal), nimmt er es gar nicht mehr bewusst war. Nun sackt besagte Aussage ins Unbewusste ab - und wird dort ohne die "Klassifizierung als offensichtlicher Blödsinn", abgespeichert. - Ohne das er es bemerkt, übt diese Aussage nun Einfluss auf sein Denken und Handeln aus!
Diejenigen, welche gewohnt sind über ihre Gedanken nachzudenken und zu reflektieren, ertappen sich (wenigstens zuweilen) dabei. - Die Meisten jedoch nicht.

Dazu kommt Das, was man von Anderen erzählt bekommt oder ließt, wenn es geglaubt und für "wahr" gehalten wird. Auch Dieses, prägt sich ein und wird, unhinterfragt, abgespeichert Dieses nimmt sodann ebenfalls Einfluss auf eigenes Denken und eigene Entscheidungen. Es wird irgendwann einfach für "logisch" gehalten!
Dabei ist der "Mechanismus", der es uns als glaubwürdig und "wahr" erscheinen lässt, häufig äußerst fragwürdig.
Lesen wir Etwas von einem Autor, hören wir etwas in einer Vorlesung, in den Medien, oder bekommen Etwas in einem Gespräch erläutert, - vergessen die meisten von uns, daß die Glaubwürdigkeit einer Aussage nur dann wirklich von uns eingeschätzt werden kann, wenn wir selbst genügend Ahnung von diesem Gebiet / Fach haben, um besagte Aussage logisch nachvollziehen zu können. Schon beim logischen Nachvollziehen hapert es, denn es kommt ein psychischer "Teufelskreis" zum Tragen (siehe Oben). Doch, besonders fatal wirkt sich aus, daß die Glaubwürdigkeit einer Person, von den Wenigsten nach logischen Gesichtspunkten eingeschätzt wird!

Häufig wird als Parameter für die Glaubwürdigkeit einer Person, ihre (angenommene) Kompetenz empfunden.
Doch, mal Davon abgesehen, daß selbst eine Koryphähe auf ihrem Gebiet sich mal irren könnte, wird Kompetenz von den Meisten an Titel und akademischen Graden gekoppelt, die zwar deren Wahrscheinlichkeit erhöhen, aber bei Weitem kein Garant dafür sind.
Was jedoch besonders großen Einfluss darauf ausübt, ob Jemand für kompetent und somit auch für glaubwürdig gehalten wird, ist ein Empfinden von Sympathie, welche auch noch häufig durch Auslöser zustande kommt, die weder etwas mit Logik noch mit "gesundem Menschenverstand" zu tun haben.
Es sind Auslöser, wie bestimmte Töne, Bilder, Symbole oder Gerüche, etc., die auf das (zur Logik unfähige) Zwischenhirn wirken.
So, wie, exempli causa; relativ großer Oberkopf, hohe Stirn, große Augen und kleine Nase und Kinn-Partie, das "Kindchen-Signal" erzeugen, welches den Beschützer-Instinkt aktivieren.
So ist leider die Kunst der Selbstdarstellung und des Entertainments, bei Vielen wesentlich ausschlaggebender für ihre Ansicht Jemand sei Kompetent, als Logik und/oder eigenes Fachwissen.
Ein gutes Beispiel Hierfür ist Harald Lesch:
Nichts gegen den Mann. Ich halte ihn für talentiert als Entertainer, - aber für einen schlechten Wissenschaftler und nicht für besonders kompetent.
Obwohl er, mit penetranter Arroganz und Ignoranz, auf "Schulbuch-Wissen" beharrt, welches zwar noch vor 50 Jahren aktuell war, inzwischen aber zu einem großen Teil von seinen eigenen "Kollegen" widerlegt wurde, - treffe ich immer wieder auf Leute, die ihn für äußerst kompetent halten und schlichtweg von ihm begeistert sind. (Nichts desto trotz, halte ich ihm zu gute, daß er es mit seiner Show schafft, Ungebildeten und einfachen Gemütern, die einfacheren Grundkenntnisse der Naturwissenschaften schmackhaft zu machen.)
Besagtes "Entertainment" und erwähnte Auslöser, die auf das Zwischenhirn wirken, werden schon lange von der Werbung und der Propaganda, genau so erfolgreich benutzt, wie von skrupellosen "Smart-Ass"- Versicherungsvertretern.
Denn nachweislich werden von den Meisten, rund 90% ihrer Entscheidungen nicht durch den Verstand, sondern durch ihre Emotionen, bestimmt.

Bei diesen "Mechanismen" ist es nicht verwunderlich, daß so Viele in Irrtümern verharren - und Diese für "wahr" - und "logisch" halten.


Das Problem beim "Schubladen-Denken" ist: Das wirklich Alles; jedes Wort, jede Formulierung, jede Redewendung, dazu führen kann, in eine, auch noch so abstruse Schublade gepackt zu werden. Schubladen-Denken, ordnet in Schubladen, ohne sich logischer Analyse zu bedienen. Es kann durch jede, noch so abwegige, Kleinigkeit verursacht werden.
Es ist sogar eher so: Je mehr Person A, von Person B weiß, - je weniger vorschnell, kann sie Person B, in eine (falsche) Schublade stecken.
In irgend eine "Schublade", stecken wir schließlich Alles. Das Problem liegt eher daran, daß:
- 1.: Die Schubladen nicht differenziert genug sind - und;
- 2.: Das vorschnell, also; lange bevor man überhaupt ausreichende Informationen über die entsprechende Person, den entsprechenden Sachverhalt oder das entsprechende Ding, hat, - Diese in besagter "Schublade" landen. - Auch fatal dabei: Ist es erst mal in der Schublade, wird sich krampfhaft geweigert, nochmals darüber nachzudenken ("Ist So, basta!"), oder noch mal genauer hin zu sehen. :dumm:

Ich glaube eher: Je differenzierter (und vollständiger) eine Person wahrgenommen wird, je schwerer fällt es, sie einfach in eine, auch noch völlig falsche, "Schublade" zu stecken.
Gerade Heutzutage, muss man ja Viele regelrecht dazu zwingen, mal genauer hin zu sehen! :evil2:


(Teil 2)
Das multidimensionale Nutzen der Logik

Wenn wir nicht von Dem reden, was die Meisten häufig für Logik halten*, sondern von einer realen und wirklichen Logik ausgehen, setzen wir natürlich auch voraus, daß mit Hilfe Dieser, Kausalketten richtig erkannt werden.
Leider gelingt es Vielen, nicht einmal Dies zu bewerkstelligen
Wenn wir jedoch die Logik multidimensional nutzen wollen, müssen wir zumindest erst mal erkennen, daß nur äußerst Wenig, alleine auf einer Kausalkette beruht, - da eben nur äußerst Wenig in einem völlig geschlossenem System abläuft**.
Wollen wir die Ursache von Etwas und die Einflüsse die darauf einwirken, bestimmen, muss uns klar sein, daß sehr viele Ursachen und Einflüsse, das Ergebnis oder den momentanen Zustand von Etwas, hervorrufen. Zwar sind häufig nur eine oder wenige Ursachen / Einflüsse ganz besonders stark bemerkbar und/oder daran beteiligt, - jedoch; alle anderen, etwas sachter und/oder; weniger auffällig wirkende Ursachen / Einflüsse, sind es eben nun mal auch - und ohne sie, wäre das Ergebnis oder der Zustand anders.

Häufig erlebe ich es, daß sich zwei, an und für sich recht intelligente Menschen über eine Ursache streiten. Der Eine behauptet; "X" sei es, der Andere ist davon überzeugt, daß es "Y" sei. Beide "Kontrahenten" glauben das Andere automatisch ausschließen zu müssen. In Wirklichkeit, sind jedoch meist beide "Zankäpfel" (also, das "X" und das "Y"), daran beteiligt - und fast immer noch viele Andere Faktoren, die etwas unauffälliger und/oder schwächer mitwirken.
Da wäre etwas "trinäres" (tripolares) Denken oder besser noch; multiperspektivisches Denken.***
Beides ist ebenfalls unabdinglich nötig, um Logik multidimensional zu nutzen.

So wie viele spirituell Interessierte versucht sind zu glauben; Logik ablehnen zu müssen, da ihnen anscheinend bisher leider nur Auswüchse unechter und unausgegorener Logik begegnet sind*², so glauben immer noch viele wissenschaftlich Tätige oder Interessierte; Spiritualität, Metaphysik, "Magie", Geist- und Seelen-Welten, könne man nicht mit der Logik vereinbaren.
Wer lernt, Logik multidimensional zu nutzen, bemerkt schnell, daß auch die "Geist-Ebene", in der sich, statt Wissenschaftler, eher Magier, Metaphysiker und Shamanen zuhause fühlen, durchaus mit einer "multidimensionalen Logik", erfassbar wird.
Ich würde sogar behaupten: Das Nur Jemand, der "multidimensionale Logik" beherrscht, auch ein guter Magier, Metaphysiker oder Shamane werden kann.
Exempli causa: Intuition lässt sich erst mit Hilfe von multidimensionaler Logik, als Solche erkennen.
Zwar sind diese spirituellen Bereiche, eher erfahrbar, als das man sie empirisch wissenschaftlich nachweisen könnte, - aber die "multidimensionale Logik" gibt uns die Werkzeuge in die Hand, um Übungen und "Techniken" zu entwickeln, respektive; zu entdecken, die uns helfen, echte Intuition von Wunschdenken, Ängsten und Phantastereien zu unterscheiden.

Sind genug Erfahrungswerte und Indizien vorhanden, sollte man durchaus auch nicht davor zurück schrecken, Etwas noch nicht einwandfrei Verifiziertes, in Form einer "Arbeits-Hypothese" zu nutzen.
Bei "Schwarzen-Löchern (die ja schließlich auch bisher nicht empirisch bewiesen werden konnten, war Dies in den meisten Fällen recht erfolgreich.

Ebenso ist es durchaus vernünftig (und somit auch logisch nachvollziehbar), Alles, dessen Nicht-Existenz oder Unmöglichkeit nicht einwandfrei bewiesen werden kann, (selbst wenn man ihr nur eine geringe Wahrscheinlichkeit zubilligen möchte), einstweilen, eben als eventuelle Möglichkeit stehen zu lassen. - Denn; es könnte eines Tages eine Situation oder neue Erkenntnis eintreten, die uns veranlassen könnte, doch auf diese eventuelle Möglichkeit zurück greifen zu müssen.

- Und Das; ist (zumindest multidimensional) durchaus logisch!


*(Siehe; mein Aufsatz: Gedanken über die Logik (Teil 1), "Logik", die Keine ist und Schein-Kompetenz)
**(In der Folge, werden wir sehen, daß eigentlich sogar, Nichts in einem völlig geschlossenen System abläuft, - höchstens; in einem "relativ geschlossenem System".)
***("Trinäres" (tripolares) und "multiperspektivisches Denken", habe ich in meinem Aufsatz: "Binäres" / bipolares, tripolares und multiperspektivisches Denken, angesprochen.)
*²(Siehe: Gedanken über die Logik,Teil 1)

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