Psychologie: "Der freie Wille"

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Lidskjalfr
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Psychologie: "Der freie Wille"

Ungelesener Beitrag von Lidskjalfr » 19. April 2016, 21:56

Der freie Wille


Etliche, die den freien Willen propagieren und Diesen bestmöglich, bewusst und verantwortungsvoll, pflegen und umsetzen, - kamen vor einiger Zeit, wie auch ich, ernsthaft ins Grübeln.
"Tue deinen Willen und Keiner soll nein sagen. Denn wahrer Wille, unbefleckt vom Zweck, ist in jeder Hinsicht vollkommen." (Liber L Fel Legis)
Gemeint ist "Thelema", der freie Wille, der als "wahrer Wille", nicht diese Regung ist, die auf Konditionierungen und gesellschaftliche Normen reagiert und nur glauben lässt, man wolle Dies, man gehe seinem Willen nach. - Nein! - Der "wahre Wille", ist das Wollen des wahren höheren Selbst, - Der im Einklang mit dem großen Plan des Universums steht.

Doch nun hatte ein Team von Wissenschaftlern, im Rahmen der Kognitions-Forschung, empirisch korrekt, eine Experimenten-Reihe mit einigen hundert Testpersonen durchgeführt. Gehirnströmungen wurden gemessen und auf die Nano-Sekunde genau, wurde bei dem Experimentalaufbau immer wieder festgestellt, daß die entsprechenden Aktionen eingeleitet wurden, - bevor die Testperson die hierfür nötige Entscheidung getroffen hatte!

War Dies nun der Beweis, daß wir über gar keinen freien Willen verfügen?
War Alles vorherbestimmt und wir bildeten uns nur ein, eigene Entscheidungen zu treffen?
Das war Wasser auf der Mühle Derer, die, obwohl sie paradoxerweise immer glauben wollen, "die Krone der Schöpfung" zu sein, den Menschen für ein Aktions-Reaktions-Gerät halten wollen, der nur ausführt, was eh schon vorbestimmt ist. - Der auch sein Handeln nicht verantworten kann und nicht dafür zur Verantwortung zu ziehen ist. - Jünger der Verantwortungslosigkeit.
Nun konnten sie endlich lauthals auf die Ergebnisse besagten Experiments verweisen, das ja scheinbar ihre Aussagen verifizierte.

Nun, gab es aber auch noch einige anderen Teams von Wissenschaftlern, die ein paar andere Experimente, ebenfalls im Rahmen der Kognitions-Forschung - und ebenfalls empirisch völlig korrekt, durchführten. In diesen Experimenten wurden durch Messungen der Gehirnströme, emotionelle Regungen, auf die Nano-Sekunde genau, aufgezeichnet, die bei der Betrachtung von Bildern auf einem PC auftraten. Weder der Experiment-Leiter, noch die Test-Person wussten, was für ein Bild, nach dem Tastendruck auftauchen würde (es handelte sich um Bilder von Gewalt, Sex und alltägliche Dinge des Haushalts), denn Diese wurden von einem Zufalls-Generator generiert.
- Auch Hier erfolgten die emotionellen Reaktionen, bevor das entsprechende Bild auftauchte!

Dies macht den "Beweis" für eine Nicht-Existenz des freien Willens, obsolet.
Denn nun weist Nichts mehr eindeutig darauf hin, daß der "freie Wille" nur eine Reaktion auf Vorbestimmtes wäre, - sondern; - das offenbar jeder Mensch die natürliche Fähigkeit besitzt, vorauswissend auf Das zu reagieren, was erst in einigen Nano-Sekunden eintritt!

Wer "Kampfsportler" / Kampfkünstler ist und sich in dieses Gebiet intensiver hinein begeben hat, wundert sich nicht.
Denn, auch Dies wurde mit den entsprechenden Gerätschaften belegt: Der geübte Kämpfer leitet seine Paraden (also das Parieren eines gegnerischen Schlags) ein, noch bevor der Gegner überhaupt weiß, daß er diesen Schlag ausführen wird!
Als ich noch in regelmäßiger Übung war, wurde Dies auch bei mir festgestellt, obwohl ich mich, im Bezug auf die Kampfkunst, nur als mittelmäßig einstufen würde.

Fazit:
- Nichts spricht gegen den freien Willen!
- Jedoch; das Vorauswissen, als potentielle Fähigkeit von jedem durchschnittlichen Menschen, dürfte Hiermit hinreichend belegt sein!

Eng mit dem freien Willen verknüpft, ist die Individualität.
Von der Antike, in welcher noch sehr stark die Bindung an die Gruppe, den Stamm, das Volk - und den Häuptling, Fürst, König, als "zentrales Gemeinschafts-Hirn" , - dafür die Individualität, sehr schwach, ausgeprägt war, bis Heute, - war eine Epoche, in welcher sich die menschliche Individualität entwickeln musste. Der Mensch musste lernen, selbst Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen.

Leider, müssen wir, wenn wir uns so in der Welt um blicken, feststellen, daß Viele immer noch nicht gelernt haben, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Somit sind sie auch noch nicht wirklichen individuell geworden. Erst mit dem Übernehmen der vollen Verantwortung für sein Tun, wird der Mensch zu einem echten Individuum.

Diese Verantwortungslosigkeit, krankhafter Egoismus und das Heute so weit verbreitete Ellenbogen-Paradigma sind es, - die so Manchem als Manko des Individualismus erscheinen. - Doch Diese befinden sich in einem Irrtum: Die genannten Eigenschaften sind Auswüchse eines noch nicht entwickelten Individualismus :!:
Denn echter Individualismus setzt das Übernehmen von Verantwortung für jedes eigene Handeln voraus. - Dann nämlich erst (in der folgenden Entwicklungsstufe); kann der Mensch wachsam und feinfühlend, seine Entscheidungen mit dem Bewusstsein der Einheit mit Allem, dem Kosmos und dem Göttlichen, fällen.

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Hunter
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Re: Psychologie: "Der freie Wille"

Ungelesener Beitrag von Hunter » 23. April 2016, 11:33

Lidskjalfr hat geschrieben:Doch nun hatte ein Team von Wissenschaftlern, im Rahmen der Kognitions-Forschung, empirisch korrekt, eine Experimenten-Reihe mit einigen hundert Testpersonen durchgeführt. Gehirnströmungen wurden gemessen und auf die Nano-Sekunde genau, wurde bei dem Experimentalaufbau immer wieder festgestellt, daß die entsprechenden Aktionen eingeleitet wurden, - bevor die Testperson die hierfür nötige Entscheidung getroffen hatte!
Hallo Lidskjalfr ,

Es gibt seit man begann das Gehirn zu erforschen, einen Disput unter den beteiligten Wissenschaftlern.:

Was ist zuerst da? Der chemische Impuls oder der elektrische Impuls?
Nun, die eine Fraktion argumentiert, das Gehirn sei eine biochemische Anlage, die alleine durch Botenstoffchemie funktioniert und die elektrischen Signale nur eine Begleiterscheinung der chemischen Prozesse seien, ähnlich den Prozessen in Batterien oder Säuren, Laugen etc.

Die andere Fraktion wiederum argumentiert, die chemischen Prozesse würden erst durch elektrische Impulse ausgelöst und wären somit sekundär....

Ich tendiere eher zur erstgenannten Fraktion, also dass die Enscheidung längst gefallen ist, wenn ein elektrisches Signal messbar wird!
Also freier Wille: JA!

LG

Hunter
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Hunter
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Re: Psychologie: "Der freie Wille"

Ungelesener Beitrag von Hunter » 24. April 2016, 11:01

Meine persönliche Überzeugung dass es so etwas wie freien Willen gibt, fusst auf 2 Säulen:
  • Hier nutze ich den Umkehrschluss:
    Wozu sollte der Mensch intelligent sein, wenn er keinen freien Willen hätte?
  • Meine persönliche Überzeugung: Alles Lebendige ist von einer intelligenten Substanz durchdrungen, die jedem Lebewesen das mit Vernunft (wenn auch nur Ansatzweise) ausgestattet ist, die Entscheidungsfreiheit gibt. Anders als der Instinkt, der eine bestimmte Verhaltensweise vorgibt. Ähnlich einer festen Programmierung...
Sicher bin ich mir dessen aber NICHT !! Zweifel prägen mein Denken immer.

LG :winke:

Hunter
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Lidskjalfr
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Re: Psychologie: "Der freie Wille"

Ungelesener Beitrag von Lidskjalfr » 25. April 2016, 14:00

Deine Argumentation erscheint auch mir schlüssig. Auch ich habe mittlerweile recht viele diverse Erfahrungen gemacht, die ebenfalls eher für den freien Willen sprechen.
Diese lassen sich leider nicht für Jedermann nachvollziehbar erläutern und sind schon gar nicht als "empirisch wissenschaftliche Verifizierung" zu gebrauchen.
Daher kann ich, bis dato, nur sagen: Ich glaube an den Freien Willen!

Gerade im Umgang, in der Beobachtung und Analyse des Verhaltens meiner Hunde, kann ich recht gut erkennen und unterscheiden, welches Verhalten auf Instinkt beruht und Welches; auf freien Willen.
Exempli causa: Wenn meine Hunde Wild sehen und los spurten um es zu jagen, folgen sie dem Instinkt, - wenn sie jedoch sofort eine Vollbremsung hinlegen und zu mir zurück kommen, sobald ich pfeife oder rufe, ist das eher ihre bewusste Entscheidung. Also; durchaus auch Ausdruck ihres freien Willens (der sich willentlich meinem Willen, als oberster "Alpha-Rüde", unterordnet).

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