Psychologie: Bipolares, dripolares und multiperspektivisches Denken

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Lidskjalfr
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Psychologie: Bipolares, dripolares und multiperspektivisches Denken

Ungelesener Beitrag von Lidskjalfr » 19. April 2016, 21:29

Bipolares, tripolares und multiperspektivisches Denken


Die Mehrheit der Menschen sind darauf "getrimmt" binär (bipolar)* zu denken und die "kognitiven Mechanismen" haben sich daran gewöhnt vor Allem auf binäre Signale zu reagieren. - Die Welt funktioniert aber "trinär" (tripolar)!
Mit "binärem-Denken", meine ich vor Allem, die krankhafte Form des "bipolaren-Denkens".

*(eigentlich könnte man es auch "multipolares Denken" nennen, denn der metaphorische dritte Pol ist schließlich nicht fix sondern äußerst beweglich))

Die Polarität aber auch die Dualität ist Grundvoraussetzung für das Sein, denn ohne Polarität / Dualität, gebe es selbst das Nichts nicht, da der andere Pol des Nichts eben das Sein ist.
(Dies hatte ich an anderer Stelle schon erwähnt.)
Völlig außer Acht gelassen wird jedoch, daß Alles was ist, ein Punkt irgendwo zwischen diesen Polen ist. - Selbst, wenn es, im Extremfall, direkt an einem dieser Pole "klebt".

Des Weiteren, sollte man noch unterscheiden, zwischen: "trinäres" (bipolares) Denken und "dreiwertiger Logik":
Die dreiwertige Logik sehe ich zwar als in einem gewissen Sinne verwandt mit Dem, was ich als "trinäres" (tripolares) Denken bezeichne, jedoch lediglich in der Weise, daß Beide über das stumpfe "entweder - oder", hinaus gehen. . Je nach dem, um Was es geht, ist sowohl das Eine, als auch das Andere, angebrachter.
Angebracht sind, nach meiner Ansicht, beide Denkweisen.
Während das "trinäre" (tripolare) Denken immer zielorientiert ist und zwischen den Polen (oder Extremen), hin und her eilt, um dem "rechten Maß" ("rechtes Maß" ist immer vom Ziel abhängig) möglichst nahe zu kommen, liegt der Schwerpunkt der "dreiwertigen Logik, beim erkennen von Sachlagen und der Urteilsbildung.; "Sowohl als auch", lassen, nach meiner Ansicht, Beide zu.
Beide sollten, nach meiner Ansicht, das, "entweder..., - oder..." (außer eben dort, wo Dieses ausnahmsweise angebracht ist) ablösen.
Das "trinäre" (bipolare) Denken, erfüllt dort gut seinen Zweck, wo eben nur der "Zwischenraum" (oder die gedachte Linie) zwischen zwei Extremen (Polen) vorhanden ist (zum Beispiel bei; heiß - kalt, hell - dunkel, nass - trocken, etc.) - und eine Positionierung, völlig außerhalb des "Zwischenraums" / der "Linie", schon gar nicht.
Bei der Einnahme eines Standpunktes, kann jedoch eine Positionierung, völlig außerhalb, recht gut sein.

So lange der Mensch fast ausschließlich binär denkt, wird er von Irrtum zu Irrtum stolpern, ihm werden viele Geheimnisse der Welt verschlossen bleiben und er wird immer dazu neigen, und sei es nur zeitweise, sich an einen Pol zu klammern um den Anderen zu verteufeln, oder zwischen beiden Polen hin und her geschleudert zu werden, - bis zur Selbstzerfleischung.

Es gibt Leute, die glauben (in durchaus bester Absicht) Dualität' ablehnen zu müssen. Was ihnen offenbar nicht bewusst wird, ist; daß sie ja dennoch an einem Pol "kleben". - Denn; sie streben ja die (wie Oben erwähnt, unmögliche) Non-Polarität an. Also; sie befürworten das Eine und lehnen das Andere ab. - Da der Mensch immer irgendwelche Entscheidungen treffen muss - und sei es in den kleinsten und banalsten Dingen, wie etwa; ob er jetzt schlafen geht oder eben noch nicht, - wird er niemals um eine Polarität herum kommen.

So lange er sich jedoch nicht des äußerst agilen Punktes, irgendwo zwischen besagten Polen, bewusst wird, den es gilt anzustreben, wird er immer zu fatalen kognitiven Simplifizierungen neigen, die man auch als "Schwarz-Weiß-Denken" oder "Schubladen-Denken" bezeichnet.
Der, so wichtige und anstrebenswerte Punkt, wird im Übrigen auch "das rechte Maß" oder auch (je nach dem, um Was es geht) "der richtige Moment" genannt.

Erwähnte Simplifizierung kann man hervorragend und regelrecht exemplarisch in alten Hollywood-Filmen beobachten:
Die "Guten" tragen die weißen Rüstungen - und alles was sie tun, auch sei es noch so zweifelhaft, ist "gut, - weil sie ja die weißen Rüstungen tragen. - Die "Bösen" tragen immer die schwarzen Rüstungen - und alles was sie Tun, und sei es noch so ehrenhaft, liebevoll oder lebensbewahrend, ist immer "böse", denn sie tragen ja die schwarzen Rüstungen.
Dies könnte man als "Stilblüte" abtun, wenn die Realität nicht so traurig und gefährlich wäre. - Denn: die meisten Menschen, denken und agieren so, im realen Leben!

Schauen wir uns doch mal ein, zwar harmloseres, jedoch nicht minder vertracktes Beispiel an:
Es gibt, an sich recht nette und wohlmeinende Leute, die es schrecklich finden, daß Leben getötet wird.
Das kann, zumindest ich, aber wohl auch viele Andere, gut nachvollziehen.
Diese Menschen haben sich daraufhin entschlossen Vegetarier zu werden.
Mal ganz abgesehen davon, daß durchaus Vieles für den Vegetarismus spricht, ist die Ansicht, durch Vegetarismus kein Leben mehr zu töten, (mit Verlaub) etwas Naiv.
Schließlich sind Pflanzen, nachweislich, ebenfalls fühlende Wesen. Auch sollten wir nicht die ganzen Mikroorganismen vergessen, die, alleine durch unsere Existenz, ständig getötet werden.
- Jedes Leben, tötet, alleine durch seine Existenz, ständig Leben!
- Jedes Leben existiert auf Grund des Tötens von anderem Leben!
Das sich bewusst zu machen, kann bitter sein. - Doch; was soll nun so ein wohlmeinender Mensch tun?
Sich selbst töten um keine anderen Wesen mehr zu töten? - Das wäre aus vielerlei Hinsicht ein Fehler. Denn auch der Suizid wäre ja die Tötung eines Wesens. Zudem; hat unsere Existenz schließlich einen Sinn und wir sind in der Regel nicht aus "Versehen" in diese Welt geboren.
Diesen "Pol" zu wählen, ist also fast genauso destruktiv wie das gedankenlose Abschlachten fühlender Wesen.

Erst ein Loslassen vom ""binären" (bipolaren) Denken kann bessere Lösungen offenbaren.
Exempli causa:
Richtiger und schon "trinäres Denken" voraussetzend (also ein Eingehen auf die Komplexität der Zusammenhänge), wäre wohl die Aussage: "Ich bin Vegetarier um unnötiges Töten von "höheren" feinfühlenden Wesen einzuschränken und um nicht durch meinen Fleischgenuss der Tierquälerei durch Massentierhaltung Vorschub zu leisten.!

So bemerkte schon Paracelsus, das Jedes Gift, im rechten Maß und im richtigen Moment, ein Heilmittel ist. Doch, an sich Harmloses, im unrechten Maß und zum ungünstigen Zeitpunkt zum Gift werden kann!
(Zur Erinnerung: "Das rechte Maß" zur "richtigen Zeit", - ist der erwähnte "flexible Punkt zwischen den Polen")
Das ist "trinäres Denken" :!:
Wenn nun Paracelsus im 15. Jahrhundert zu dieser Erkenntnis kam, so ist es äußerst traurig, daß Diese, die sich übrigens auf alle Bereiche des Lebens übertragen lässt, den meisten "modernen Menschen" abhold ist!
Auch der mittlere Zacken des "Disul", Shiva's Dreizack, ist ein Symbol dieses "Rechten Maßes" (also; des "trinären Denkens"), als Schlüssel der Erkenntnis aller Alchemie und des richtigen Handelns.
Nun wird es aber höchste Zeit, daß die Menschheit vom "binären" (bipolaren) Denken ab kommt und sich wenigstens das tripolare Denken aneignet. - Denn dieser Entwicklungsschritt ist schon lange überfällig!
Auf längerer Sicht, sollte das "multiperspektivische Denken" angestrebt werden. Denn nur mit Diesem, kann man multidimensionale Kausalnetzwerke wirklich erfassen.
Für "multiperspektivisches Denken", gibt es allerdings noch kein, Jedem vermittelbares System.
Ein Freund machte mich auf die Systema-Analyse von Niklas Luhmann aufmerksam. Jedoch auch Luhmann, hat kein System für multiperspektivisches Denken parat. Jedoch, zeigt seine System-Analyse, daß er, zumindest ansatzweise, immerhin zu multiperspektivischem Denken fähig ist. Denn seine System-Analyse ist schon ein Beispiel, wie man sich diie Grundform von multiperspektivisches Denken vorstellen kann. Hätte er auch die Einflüsse und "Interaktionen" von "metaphysischen Ebenen", exempli causa; astrologische (zeitqualitative), morphogenetische Einflüsse und auch noch das Einwirken von diversen Entitäten und allen diesbezüglich relevanten Parallel-Universen etc., bei seiner System-Analyse mitberücksichtigt, wäre dies exemplarisch für ein volles Nutzen von multiperspektivischen Denken.

*(Die Dualität ist zwar ein bisschen etwas Anderes, aber in dem Zusammenhang, gehört sie auch dazu)