Vom Hinhalten der linken Wange

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lucesveritatis
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Vom Hinhalten der linken Wange

Ungelesener Beitrag von lucesveritatis » 27. Januar 2017, 03:08

Es ist gesagt worden: „Wenn dich jemand auf deine rechte Wange schlägt, dem biete auch die andere Wange dar.“

Zunächst einmal muss man dabei aber auch richtig zuhören. Es ist weder gesagt worden: „Wenn dich jemand schlägt, dann lasse dich auch einfach weiterhin schlagen“, noch ist nur gesagt worden: „Wer dich auf EINE Wange schlägt, dem biete auch die andere Wange dar.“ Es hat schon seinen Sinn, warum da von der rechten Wange die Rede ist.

Ein Schlag auf die RECHTE Wange, ist ein Schlag, der in erster Linie Demütigung zum Ziel hat, denn ein Schlag auf die rechte Wange wird typischerweise mit dem Handrücken der rechten Hand ausgeführt. (Kann ja mal jeder im Geiste an einem gedachten Gegenüber nachprüfen.) Es ist ein Schlag, der der Maßregelung dienen soll, Dominanz zum Ausdruck zu bringen versucht.

Auf diese Weise wurden in der Antike in der Regel diejenigen an ihren Platz erinnert, die man nicht als gleichrangig ansah. Das waren nach damaliger Auffassung Kinder, Frauen und Sklaven. Ein Schlag gegen einen Gleichrangigen wurde mit der rechten Hand auf die linke Wange hin ausgeführt, es ist auch ein Schlag, der eher physische Verletzung im Auge hat, weil eben auch die Kraftentfaltung dabei eine ganz andere ist, als ein Schlag mit dem Handrücken.

Das Geschlagenwerden wird vom Geschlagenen als Bedrohung wahrgenommen. Wer sich auf der Bewusstseinsstufe der Angst befindet, reagiert auf eine Bedrohung durch Angriff, Flucht oder Erstarren.

Mit der Aufforderung die andere Wange darzubieten, wird dazu aufgerufen, sich über den Kausalzusammenhang von Egobewusstsein, Angst, Angriff/Flucht/Erstarren-Reaktion (auch bekannt als „fight, flight or freeze“) zu erheben und in den Bewusstseinszustand der Einsicht vorzudringen. Das Darbieten der linken Wange ist eben nicht Ausdruck der Feigheit, sondern Ausdruck der Furchtosigkeit. Man sendet dem Schlagenden eine Botschaft damit, dass man in der Lage ist, sich über den Bewusstseinszustand der Angst zu erheben. Man soll sich gerade als einsichtsfähiger und erhaben über diese Reaktionsweisen erweisen. Das Zuwenden der linken Wange ist eben gerade KEINE Untätigkeit, denn das Erstarren hieße eben untätig zu bleiben.

Manche sind von ihrer Angst wie gelähmt und sind zu keiner Handlung mehr in der Lage. Das Darbieten der anderen Wange zeigt nun gerade, dass man nicht von seiner Angst gelähmt ist, sondern dass man handelt. Man verfällt eben gerade nicht in einen Zustand des Nichtstuns, sondern bringt den eigenen Bewusstseinszustand der Handlungsfähigkeit unübersehbar zum Ausdruck. Man duckt sich auch nicht weg oder versucht sich aus der Schusslinie zu bringen.

Manche reagieren auf ein Geschlagenwerden mit Flucht. Sie würden vielfach auch nicht nur vor einer Bedrohung davonlaufen, sondern sie versuchen meist auch vor ihrer eigenen Angst davonzulaufen. Man kann aber höchstens erfolgreich vor bedrohlichen Situationen davonlaufen, aber niemals vor der eigenen Angst. Denn soweit man auch läuft oder seine Angst unter vermeintlicher Stärke zu verstecken versucht, sie wird einen doch immer wieder einholen. Deswegen muss man sich ihr stellen und sie durch Einsicht zu überwinden versuchen.

Andere würden auf ein Geschlagenwerden wohl mit Vergeltung zu antworten versuchen, sie würden zum Angriff übergehen. Dabei wird dann vielfach die Wahrheit übersehen, dass nichts besser dadurch wird, dass man ihm schadet. Das Empfinden von Feindschaft ist nur Ausdruck der Selbstentfremdung. Es ist vor allem ein Bewusstseinszustand. Und Bewusstseinszustände kann man nicht schädigen oder zerstören, man kann immer nur den materiell gewordenen Ausdruck eines Bewusstseinszustandes schädigen oder zerstören. Man kann einen Bewusstseinszustand nur überwinden. Wer in den anderen noch nicht nur andere Angesichter des eigenen Selbst zu sehen vermag, oder auch Brüder und Schwestern, der kann zumindest damit beginnen, einem jeden gegenüber wohlwollend zu sein zu versuchen. „Liebet eure Feinde, tuet Wohl denen, die euch fluchen.“ Dabei heißt es aber auch nicht, dass man die eigenen Interessen vernachlässigen sollte. Denn die Aufforderung: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ schließt ja eben auch die Selbstliebe ein, setzt sie voraus. Man sollte sich selbst also auch nicht als einen Geringeren ansehen.

Man zeigt sich wohlwollend dem anderen gegenüber dadurch, dass man auf einen Gegenangriff verzichtet, signalisiert ihm aber auch, dass man nicht vorhat, sich unterwürfig zu verhalten oder dem eigenen freien Willen keinen Respekt zu zollen. Besteht der Angreifer darauf, auch weiterhin den Kampf an einen herantragen zu wollen, so sind auch möglichst liebevolle Abwehrmaßnahmen angesagt, die stets eine Minimierung einer aus der Kampfhandlung resultierender möglichen Schädigung im Auge haben, aber gleichzeitig geeignet sind den Missbrauch zu beenden.

Wer also bei geäußerten Dominanzverhalten die andere Wange hin hält, der sendet dem anderen folgende kraftvolle Botschaft:

Weder erstarre ich, noch verfalle ich in Nichtstun. Ich laufe auch nicht vor dir davon oder versuche vor dir zurückzuweichen. Ich suche aber auch keine Vergeltung, sondern bin dir wohlgesonnen.

Respekt vor dem freien Willen schließt den Respekt vor dem eigenen freien Willen ein. Wer nach anderen sucht, an die er seinen freien Willen abtreten kann oder Versuchen anderer, sich seines freien Willens zu bemächtigen, keinen Widerstand entgegenbringt, dem fehlt es an Respekt dem eigenen freien Willen gegenüber.

Anders als viele sie verstehen, ist die Aufforderung auch die linke Wange hinzuhalten, eben gerade keine Aufforderung dazu, Missbrauch durch andere einfach hinzunehmen , sondern eben ein Aufruf zu möglichst gewaltfreien Widerstand gegen Missbrauch. Ein Aufruf, sich gegen den Versuch der Unterdrückung zu erheben und dem anderen dabei furchtlos ins Angesicht zu blicken. Es ist eben auch ein Aufruf zu Selbstermächtigung und Eigenverantwortung.
Glaubt den Schriften nicht, glaubt den Lehrern nicht, glaubt auch mir nicht. Glaubt nur das, was
ihr selbst sorgfältig geprüft und als euch selbst und zum Wohle aller dienend anerkannt habt.

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Re: Vom Hinhalten der linken Wange

Ungelesener Beitrag von Chila » 27. Januar 2017, 08:23

:D gib Fünf,

das hast du so wunderbar zusammengefasst, sauber, klar und deutlich!!!

Um nicht alles zu zitieren hier
Anders als viele sie verstehen, ist die Aufforderung auch die linke Wange hinzuhalten, eben gerade keine Aufforderung dazu, Missbrauch durch andere einfach hinzunehmen , sondern eben ein Aufruf zu möglichst gewaltfreien Widerstand gegen Missbrauch. Ein Aufruf, sich gegen den Versuch der Unterdrückung zu erheben und dem anderen dabei furchtlos ins Angesicht zu blicken. Es ist eben auch ein Aufruf zu Selbstermächtigung und Eigenverantwortung.
Genau und den braucht es in hiesiger Zeit.

Danke
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Re: Vom Hinhalten der linken Wange

Ungelesener Beitrag von u63m » 27. Januar 2017, 16:23

Ich tue mich da ein wenig schwer mit der Auffassung, auch die linke Wange hinzuhalten, wenn ich auf die Rechte geschlagen werde.
Ich würde ausweichen und zur Not kontern :mrgreen:
Zumindest wäre Redebedarf gegeben, WARUM ich denn überhaupt geschlagen werden sollte :!: :?:
Auch hier im Forum wird kaum von der Regel Gebrauch gemacht, es läuft meist auf einen ewigen Schlagabtausch aus, oft noch ein Nachtreten beim Rückzug.
Das macht mich nach-denklich :wink:
Erkenne Dich selbst und Du erkennst Deinen Weg.

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lucesveritatis
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Re: Vom Hinhalten der linken Wange

Ungelesener Beitrag von lucesveritatis » 27. Januar 2017, 20:06

Hallo Ulf,
„Ich tue mich da ein wenig schwer mit der Auffassung, auch die linke Wange hinzuhalten, wenn ich auf die Rechte geschlagen werde.
Ich würde ausweichen und zur Not kontern“
Geht es Dir jetzt auch tatsächlich um den spezifischen Hintergrund der Seitenangabe „rechts“ oder wäre das auch austauschbar gegen das beliebigere „eine“?

In diesem Falle würde das Ausweichen oder handgreifliche Kontern die Angst vor weiteren Schlägen zum Ausdruck bringen. Einen nicht-handgreiflichen Konter stellt ja das Hinwenden der linken Wange dar, man bringt ja gerade damit seine Bereitschaft zum Widerstand gegen versuchte Unterdrückung zum Ausdruck. Zu erstarren hieße nichts zu tun.

Wenn es Dir allerdings um den spezifischen Hintergrund der Seitenangabe „rechts“ gegangen sein sollte, dann spricht natürlich nichts dagegen, wenn man bereits dem ersten Schlag auszuweichen versucht, so dass er ins Leere geht. Egal ob nun der andere getroffen hat oder nicht, so ist ein Konter als Ausdruck der Widerstandsbereitschaft schon angeracht, denn die Intention des andern ist ja nicht von der Frage des Erfolges bei der Umsetzung abhängig, so dass ein Nichtstun, im Sinne eines Erstarrens, einen falschen Eindruck beim anderen hinterlassen könnte. Nur soll der Konter hat nicht Verletzung des anderen zum Ziele haben, sondern möglichst gewaltlose Unterbindung weiterer Angriffe.
„Zumindest wäre Redebedarf gegeben, WARUM ich denn überhaupt geschlagen werden sollte“
Das Reden kann am besten dort auf gleichberechtigte Art und Weise auf Augenhöhe beginnen, wenn klargemacht wurde, das man nicht bereit ist, sich unterdrücken zu lassen. Ansonsten würde der Schlagende u.U. das Ansprechen eines Redebedarfs nur als Ausdruck von Schwäche ansehen.

Auch werden wohl Unterdrücker einem wohl eher selten eine ehrliche Antwort auf die Frage zu geben bereit sein, warum sie einen denn gerade zu unterdrücken versuchten.
„Auch hier im Forum wird kaum von der Regel Gebrauch gemacht, es läuft meist auf einen ewigen Schlagabtausch aus, oft noch ein Nachtreten beim Rückzug.
Das macht mich nach-denklich“
Wenn Du da erst einmal nur das Gegenwärtige im Auge hast (zu Vergangenem kann ich mich als Neuankömmling ja nichts äußern), dann versuche ich z.B. ja gerade Begründungen für diese Angriffe auf mich zu erhalten. Chila hat mich anfangs ja immer angegriffen, weil sie meinte, in mir eine KI zu erkennen. Auf die Darlegung der Gründe hierfür oder das Vorlegen von Belegen wurde dabei ja, trotz Nachfrage, immer verzichtet. Dann war sie der Meinung, in mir einen gefallenen Engel zu erkennen und warf mir angeblich eindeutigen Gesetzesbruch bezüglich des freien Willens vor. Wieder ohne Darlegung von Gründe hierfür oder das Vorlegen von Belegen.

Meine Kritik an Hunters Untersuchung bezüglich „Impressumslügnern“ war stets auf die Sache konzentriert und diente zu keinem Zeitpunkt einem Angriff auf die Person. Aber Ihr habt ja auch zum Ausdruck gebracht, dass Ihr an Kritik wenig Konstruktives zu erkennen vermögt. Da haben wir wohl einfach unterschiedliche Ansichten über den Wert von Kritik. Im Äußern von Zustimmung oder Ablehnung liegt ja wenig produktives Potential. Produktivität kann aber daraus resultieren, wenn einem in konstruktiv-kooperativer Weise Fehler oder Widersprüche aufgezeigt werden, denn durch das Ausräumen solcher kommt man voran. Ist der eigene Ansatz zu fehler- oder widerspruchsbehaftet, kann es von Vorteil sein, wenn man eine Sichtweise zu eröffnen versucht, in der diese Fehler oder Widersprüche nicht auftauchen.

Den Versuch eines Nachtretens habe ich auf Chilas Seite schon wahrgenommen, als sie meinte, dass ich mich wohl endgültig aus dem Forum verabschiedet hätte, weil ich meine Bereitschaft dazu bekundet habe, wenn dies Deinen Wünschen als Hausherr entsprechen würde.

Wenn ich einem Guerillakämpfer (kurz raus aus dem Gebüsch, Angriff, wieder zurück ins Gebüsch) beim Zurücklaufen ins Gebüsch noch sein Verhalten beschreibe, dann dient dies einerseits zur Kühlung seines Hochmutes, andererseits fühlt sich der Guerillakämpfer in seinem Verhalten entlarvt, so dass es ihm im Laufe der Zeit immer schwerer fällt, immer wieder das gleiche Verhalten an den Tag zu legen, sondern er eher nach Möglichkeiten Ausbau halten wird, seine Taktik zu verändern. Ein Nachtreten ist solches aber nicht, da nicht die Verletzung des anderen beabsichtigt wird, sondern das Anregen zu einer Verhaltensänderung.
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Re: Vom Hinhalten der linken Wange

Ungelesener Beitrag von u63m » 27. Januar 2017, 20:33

Hallo lucesveritatis
Geht es Dir jetzt auch tatsächlich um den spezifischen Hintergrund der Seitenangabe „rechts“ oder wäre das auch austauschbar gegen das beliebigere „eine“?
..ich würde da (aus meiner Sicht) keinen Unterschied machen. Ob ich auf die rechte oder linke Wange geschlagen würde, das wäre in Wirkung für mich das Gleiche. Zumindest ein persönlicher Angriff, eine Form der Erniedrigung mir gegenüber.
In diesem Falle würde das Ausweichen oder handgreifliche Kontern die Angst vor weiteren Schlägen zum Ausdruck bringen. Einen nicht-handgreiflichen Konter stellt ja das Hinwenden der linken Wange dar, man bringt ja gerade damit seine Bereitschaft zum Widerstand gegen versuchte Unterdrückung zum Ausdruck. Zu erstarren hieße nichts zu tun.
..ich sehe das so:
Wenn ich mein Gegenüber nicht perfekt einschätzen kann, so müsste ich die Aktion mir gegenüber als Angriff werten und würde ausweichen bzw kontern.

Wenn ich mein Gegenüber genau kenne und vielleicht sogar provoziere zum Schlag gegen mich, weil ich es so will...
Dann würde ich diesen Schlag als logische Reaktion sehen, als Ausdruck der Hilflosigkeit meines Gegenüber. Und ich würde das Schlagen zulassen ohne Gegenwehr, aber weil ich es dann so wollte.
Auch werden wohl Unterdrücker einem wohl eher selten eine ehrliche Antwort auf die Frage zu geben bereit sein, warum sie einen denn gerade zu unterdrücken versuchten.
..einem Unterdrücker gegenüber würde ich nie die zweite Seite hinhalten. Ich würde Abwehrmaßnahmen ergreifen, die meinen Unterdrücker dann zur passenden Zeit effektiv ausschalten. Zumindest würde ich das als Ziel verfolgen. Ob mir das dann gelänge, keine Ahnung. Ich lasse mich nicht gern unterdrücken, doch wenn ich dem Druck unterlegen wäre, müsste ich mit Flucht reagieren und im zweiten Schritt Schutzmaßnahmen ergreifen.
Wenn Du da erst einmal nur das Gegenwärtige im Auge hast (zu Vergangenem kann ich mich als Neuankömmling ja nichts äußern), dann versuche ich z.B. ja gerade Begründungen für diese Angriffe auf mich zu erhalten. Chila hat mich anfangs ja immer angegriffen, weil sie meinte, in mir eine KI zu erkennen. Auf die Darlegung der Gründe hierfür oder das Vorlegen von Belegen wurde dabei ja, trotz Nachfrage, immer verzichtet. Dann war sie der Meinung, in mir einen gefallenen Engel zu erkennen und warf mir angeblich eindeutigen Gesetzesbruch bezüglich des freien Willens vor. Wieder ohne Darlegung von Gründe hierfür oder das Vorlegen von Belegen.
..kurze Antwort von mir:
Ich habe den "Kummerkasten" eingerichtet, weil ich gemerkt habe, dass hier noch eine Menge unausgegorener Zwistigkeiten vorhanden sind, die wie Eiter darauf warten, den Körper verlassen zu dürfen.
Ich will garnicht wissen, was in dem anderen Blog so abging, aber es war ungesund, das merke ich. Und ich habe auch keine Ahnung, wer da im Glashaus den ersten Stein warf. Ich denke, das sollte ausdiskutiert werden, aber bitte NUR im Kummerkasten und NICHT in den Themenbereichen.
Es MUSS ausdiskutiert werden, sonst leidet die ganze Forumkultur darunter. Aber wenn es geht, ohne Beleidigungen (allgemein an alle), sonst gibt es Schreibsperren :kaffee:

lucesveritatis, Du hast ja schon ein paar Themen eröffnet, die alle in diese Richtung gehen. Alles ok. Es sagt mir, dass es überreif ist, die Situation zu bereinigen. Bin gespannt, ob das funktioniert :winke:
Erkenne Dich selbst und Du erkennst Deinen Weg.

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Re: Vom Hinhalten der linken Wange

Ungelesener Beitrag von Chila » 27. Januar 2017, 22:09

Halt Einspruch
Den Versuch eines Nachtretens habe ich auf Chilas Seite schon wahrgenommen, als sie meinte, dass ich mich wohl endgültig aus dem Forum verabschiedet hätte, weil ich meine Bereitschaft dazu bekundet habe, wenn dies Deinen Wünschen als Hausherr entsprechen würde.
ne du das war nur einfach eine Zeit die ich dir geben wollte, erst mal alles selbst auch verarbeiten zu können weil du vorher Eisigkalt warst ohne Liebe guckst du bitte bei Fortsetzung Abgespaltener Seelenanteile rein Danke, da wäre Redebedarf an der richtigen Stelle :winke:
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, das etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht"
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Vero

Re: Vom Hinhalten der linken Wange

Ungelesener Beitrag von Vero » 1. Februar 2017, 12:16

Aus Neugierde habe ich mir den Beitrag „Vom Hinhalten der linken Wange durchgelesen.
Ein Spruch aus der Bibel, den ich ziemlich bescheuert finde und nie verstand.
Der Beitrag ist psychologisch exzellent aufgebaut und nachvollziehbar.
Und Weise die Erkenntnis:
"Das Empfinden von Feindschaft ist nur Ausdruck der Selbstentfremdung. Es ist vor allem ein Bewusstseinszustand."

Da aber jedes einzelne Wort in der Bibel wohlüberlegt ist glaube ich, dass mit der rechten Hand auf die rechte Wange zu schlagen symbolisieren soll, ein Schlag von Mann zu Mann. Denn rechts steht symbolisch für männlich.
Und mit dem Handrücken zuschlagen birgt auch für den Schlagenden ein Risiko der Verletzung, da die Kraftübertragung, im Gegensatz zu linke Hand und linke Wange, nicht kontrollierbar ist.

Alles in allem ist Schlagen Gewalt und Gewalt ist jenseits von Frieden.
auntyvero

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Re: Vom Hinhalten der linken Wange

Ungelesener Beitrag von lucesveritatis » 1. Februar 2017, 19:15

Hallo Veronika,
„Da aber jedes einzelne Wort in der Bibel wohlüberlegt ist glaube ich, dass mit der rechten Hand auf die rechte Wange zu schlagen symbolisieren soll, ein Schlag von Mann zu Mann. Denn rechts steht symbolisch für männlich.“
Es geht um die Frage, ob mit der Außenseite der Hand geschlagen wird oder nicht. Ein Schlag mit der Außenseite war eben eine Demütigungsgeste. Hier nun hineininterpretieren zu wollen, dass Gewalt und der Themenbereich von Demütigung und Unterwerfung nur rein männliche Probleme wären, hieße den Frauen denselben Rang ebenfalls absprechen zu wollen, wie es damals ein Schlagender mit der Außenhand bei seinem Gegenüber zu machen versuchte. Da würde man Frauen abermals in die Reihe von Kindern und Sklaven (Opfern) einreihen. Frauen sind weder unmündige Wesen, noch sollten sie sich für die geborenen Opfer halten.
„Und mit dem Handrücken zuschlagen birgt auch für den Schlagenden ein Risiko der Verletzung, da die Kraftübertragung, im Gegensatz zu linke Hand und linke Wange, nicht kontrollierbar ist.“
Manchmal bringt versuchte Unterdrückung anderer auch eigene Verletzungsrisiken mit sich.
„Alles in allem ist Schlagen Gewalt und Gewalt ist jenseits von Frieden.“
Das ist richtig, aber wir befinden uns hier ja auch in einer Welt, die jenseits des Friedens steht. Da stellt sich dann eben die Frage, wie man mit der vorgefundenen Gewalt am besten umgehen solle.
Glaubt den Schriften nicht, glaubt den Lehrern nicht, glaubt auch mir nicht. Glaubt nur das, was
ihr selbst sorgfältig geprüft und als euch selbst und zum Wohle aller dienend anerkannt habt.

Buddha

Vero

Re: Vom Hinhalten der linken Wange

Ungelesener Beitrag von Vero » 2. Februar 2017, 11:36


Hallo lucesveritatis ,
Es geht um die Frage, ob mit der Außenseite der Hand geschlagen wird oder nicht.
Ein Schlag mit der Außenseite war eben eine Demütigungsgeste
Genau und ich fügte noch hinzu, „von Mann zu Mann. Rechte Hand, rechte Wange. Rechts steht für männlich. Das macht die Demütigungsgeste nicht mehr und nicht weniger demütigend, als sie schon ist.
Hier nun hineininterpretieren zu wollen, dass Gewalt und der Themenbereich von Demütigung und Unterwerfung nur rein männliche Probleme wären
das habe ich nicht reininterpretiert. Das war so und ist immer noch so. „Gewalt und Demütigungen“ gehörten zu keiner Zeit zum weiblichen Prinzip. Auch wenn Frauen heutzutage manchmal zurückschlagen. Das ist vergleichbar mit dem letzten Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. Und da gehts nicht ums Demütigen, sondern um sich gegen Gewalt zu wehren. Das ist etwas ganz anderes.
Gewalt und der Themenbereich von Demütigung und Unterwerfung

sind Frauen Problem, ausgehend von Männern und ausgedacht, abgesegnet und verankert von Männern oder dem „lieben Gott“? Darüber lässt sich streiten.
hieße den Frauen denselben Rang ebenfalls absprechen zu wollen, wie es damals ein Schlagender mit der Außenhand bei seinem Gegenüber zu machen versuchte.
Ich kann einer Frau nicht etwas absprechen, was sie nie hatte. Da hast Du etwas reininterpretiert.
Da würde man Frauen abermals in die Reihe von Kindern und Sklaven (Opfern) einreihen.
Genau, die Frauen gehörten in die Reihe von Kindern und Sklaven. Das hast Du doch selber geschrieben.
Auf diese Weise wurden in der Antike in der Regel diejenigen an ihren Platz erinnert, die man nicht als gleichrangig ansah. Das waren nach damaliger Auffassung Kinder, Frauen und Sklaven
Frauen sind weder unmündige Wesen, noch sollten sie sich für die geborenen Opfer halten.
Das ist leider bei vielen Frauen noch nicht angekommen und sie arbeiten daran, aus dieser „Opferrolle“ zu kommen. Frauen laufen in Scharen zu spirituelle Veranstaltungen, um ihre Glaubenssätze loszuwerden. Und das trotz ihrer „Pseudo-Gleichberechtigung“. Wenn sie wie menstruierende Männer auftreten, können sie auch Kariere machen, ja das stimmt. Bemerken möchte ich aber, dass bis 1977, ein kurzer Wimpernschlag zurück in die Geschichte, die Frauen der BRD noch unmündige Wesen und damit Opfer waren. Dieses Traumata wirkt immernoch und es braucht seine Zeit, um heilen zu können. Überschrift: „Die erste Frau, die ohne Erlaubnis ihres Ehemannes arbeiten darf“, sieh Dir nachfolgenden LINK an und lies. ES ist nur ein Beispiel von vielen. Und hier spreche ich nur von Deutschen Frauen und nicht von der ganzen Welt. Dann würde es nämlich noch trauriger aussehen.
http://www.focus.de/wissen/mensch/gesch ... 05621.html
Das waren Männergesetze lieber lucesveritatis und somit muss ich dem leider zustimmen
„ dass Gewalt und der Themenbereich von Demütigung und Unterwerfung ...“
von Männern gegen Frauen ausgeübt wurden. Und nicht, wie Du schreibst, nur rein männliche Probleme wären,. Nee, das waren sie nie, das waren immer Frauenprobleme.
Manchmal bringt versuchte Unterdrückung anderer auch eigene Verletzungsrisiken mit sich.
JAAAA :top:
Das ist richtig, aber wir befinden uns hier ja auch in einer Welt, die jenseits des Friedens steht. Da stellt sich dann eben die Frage, wie man mit der vorgefundenen Gewalt am besten umgehen solle.
Gewalt einfach nicht ausüben!
Alles umdrehen denn das Linke ist das Rechte :clap: .
Die Verwicklung entwickeln, damit wir wieder natürlich wachsen können, das nenne ich dann Entwicklung. Das Verrückte in die Mitte rücken, das Getrennte zusammen fügen, er-kenne und dann ur-kenne. Kehre das Oben (Gott Vater) nach unten und das Unten (Göttin Mutter) nach oben. Energetisch hätten wir dann Frieden. Einfach nur das Gegenteil von dem machen, was uns propagiert wird und das alles mit Liebe gewürzt und schon sind wir die weltlichen Probleme los.
verobo

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Re: Vom Hinhalten der linken Wange

Ungelesener Beitrag von lucesveritatis » 2. Februar 2017, 18:03

Hallo Vero,
„Genau und ich fügte noch hinzu, „von Mann zu Mann. Rechte Hand, rechte Wange. Rechts steht für männlich. Das macht die Demütigungsgeste nicht mehr und nicht weniger demütigend, als sie schon ist.“
Die Handlungsanweisung aus der Sicht dessen geschildert, dessen der geschlagen wird. Deswegen ist da von der rechten Wange die Rede. Die rechte Hand findet explizit keine Erwähnung.

Auch Frauen sind in der überwiegenden Zahl Rechtshänder und führen Schläge ebenso mit der rechten Hand aus, wie Männer.

„von Mann zu Mann“ stimmt ja bei der Demütigungsgeste nicht, denn mit der Außenseite der Hand schlug man ja eben in erster Linie Frauen und ohne Ansehen des Geschlechts, Kinder und Sklaven. Da weiß ich jetzt nicht, wie man daraus ein „von Mann zu Mann“ konstruieren möchte.
„Gewalt und Demütigungen“ gehörten zu keiner Zeit zum weiblichen Prinzip. Auch wenn Frauen heutzutage manchmal zurückschlagen. Das ist vergleichbar mit dem letzten Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. Und da gehts nicht ums Demütigen, sondern um sich gegen Gewalt zu wehren. Das ist etwas ganz anderes.“
Ich halte es für ein Gerücht, dass Frauen keine Gewalt oder Demütigungen anwenden würden. Dies kann man auch am Verhalten gegenüber Kindern beobachten oder bei Frauen untereinander. Gleichzeitig ist damit ja nicht nur physische Gewalt gemeint, sondern jede Form von Gewalt.
„hieße den Frauen denselben Rang ebenfalls absprechen zu wollen, wie es damals ein Schlagender mit der Außenhand bei seinem Gegenüber zu machen versuchte.“
„Ich kann einer Frau nicht etwas absprechen, was sie nie hatte. Da hast Du etwas reininterpretiert.“
Außerhalb dieser Welt, und außerhalb patriarchalisch geprägter Gesellschaften, haben sie in der Regel eher einer gleichberechtigten Rang.
„Genau, die Frauen gehörten in die Reihe von Kindern und Sklaven. Das hast Du doch selber geschrieben.“
Ich habe die zur Zeit der Niederlegung der Empfehlung herrschenden gesellschaftlichen Hintergründe beschrieben, deren Kenntnis für das Verstehen der Empfehlung von Wichtigkeit sind.
„„Frauen sind weder unmündige Wesen, noch sollten sie sich für die geborenen Opfer halten.“
Das ist leider bei vielen Frauen noch nicht angekommen und sie arbeiten daran, aus dieser „Opferrolle“ zu kommen.“
Die Art und Weise Deiner Herangehensweise scheint mir diese Opferrolle eher noch zu zementieren.
„Alles umdrehen denn das Linke ist das Rechte“
Solcher Versuch der Verdrehung würde eben bei der Empfehlung ihre Aussage verwässern und unkenntlich machen. Dann würde man wieder zum mangelnden Verständnis gelangen, als ob da eben stehen würde, wer Dich auf EINE Wange schlägt. Steht da aber eben aus guten Grunde nicht.
„Kehre das Oben (Gott Vater) nach unten und das Unten (Göttin Mutter) nach oben. Energetisch hätten wir dann Frieden. Einfach nur das Gegenteil von dem machen, was uns propagiert wird und das alles mit Liebe gewürzt und schon sind wir die weltlichen Probleme los.“
Solche Art von Umdrehung ist selten wirklich zielführend. Es wird ganz einfach der These eine Antithese entgegengesetzt. Beide bewegen sich aber immer noch auf derselben Ebene. Erst die Überwindung des Gegensatzes hebt den Kausalzusammenhang auf eine höhere Ebene, die Ebene der Synthese.
Glaubt den Schriften nicht, glaubt den Lehrern nicht, glaubt auch mir nicht. Glaubt nur das, was
ihr selbst sorgfältig geprüft und als euch selbst und zum Wohle aller dienend anerkannt habt.

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